„Gebäude des Jahres 2025“ – Haus zum grünen Löwen in Erfurt

Das „Haus zum grünen Löwen“ in der Gotthardtstraße 49 in Erfurt ist vom Verein Stadtbild Deutschland e.V. als „Gebäude des Jahres 2025“ ausgezeichnet worden. Der bundesweit tätige, ehrenamtliche Verein engagiert sich für Denkmalschutz, die Rekonstruktion städtebaulich bedeutender Bauwerke sowie für klassisch-traditionelles Bauen und die Pflege regionaltypischer Stadtbilder.

Der Fachwerkbau ist ein neu errichtetes Wohnhaus, das sich so harmonisch in die historische Umgebung rund um das Augustinerkloster einfügt, dass es kaum als Neubau wahrgenommen wird. In Anlehnung an die alte Bebauungsstruktur – der Vorgängerbau wurde zu DDR-Zeiten abgerissen – entstand hier auf einer Brachfläche ein Gebäude, das die historische Identität des Ortes sensibel aufgreift. Der Name des ursprünglichen Hauses wurde bewusst übernommen.

„Nach dem Vorbild der Erfurter Renaissance wurde hier historische Bauweise und Gestaltung mit modernem Wohnkomfort verbunden“, heißt es in der Jury-Begründung. Das Erdgeschoss erhielt Sandsteineinfassungen an Fenstern und Türen, während die oberen Geschosse als echte Fachwerkkonstruktion mit Auskragung und profilierten Balkenköpfen ausgeführt wurden.

Besonders hervorzuheben ist die Authentizität des Bauwerks: Das Fachwerk dient hier tatsächlich als tragendes Element – nicht lediglich als gestalterisches Element. Damit gilt das Haus als beispielhaft für qualitätsvolle Rekonstruktion im zeitgenössischen Städtebau.

Mit viel Liebe zum Detail realisierten die Bauherren Tobias, Fabian und Gero Pappe von der Holzbau Gebrüder Pappe GmbH das Projekt. Der Entwurf des preisgekrönten Hauses stammt vom Architekturbüro von Daniel Neuer aus Herrnhut.

Mit der Wahl zum „Gebäude des Jahres“ möchten die rund 800 Vereinsmitglieder insbesondere den Mut der Bauherren und Architekten würdigen. Historisierendes Bauen gilt nicht überall als selbstverständlich und erfordert oft Überzeugungsarbeit gegenüber Behörden. Das „Haus zum grünen Löwen“ zeigt eindrucksvoll, wie eine angemessene Architektursprache für historisch sensible Orte aussehen kann.