„Gebäude des Jahres 2025“ – Haus zum grünen Löwen in Erfurt

Am 5. September 2026 hat Herr Hühn Leiter des Ortsverbandes Hanau und Herr Bergmann, Bundesvorsitzender des Vereins Stadtbild Deutschland e.V., am Haus zum grünen Löwen in der Gotthardtstraße 49 die Auszeichnungstafel überreicht. Damit ist der Preis, den die rund 800 Vereinsmitglieder dem Erfurter Fachwerkhaus als „Gebäude des Jahres 2025“ zugesprochen haben, nun auch sichtbar an der Fassade.

Der ehrenamtlich arbeitende Verein setzt sich bundesweit für Denkmalschutz, die Wiedergewinnung verloren gegangener Stadtbilder und für klassisch-traditionelles Bauen ein. Mit dem Titel würdigt er Bauherren und Architekten, die an historisch empfindlichen Orten eine dem Bestand angemessene Sprache wählen – oft gegen Vorbehalte, historisierendes Bauen sei nicht zeitgemäß.

Genau das gelingt dem Haus zum grünen Löwen in unmittelbarer Nachbarschaft des Augustinerklosters. Wo zu DDR-Zeiten der Vorgängerbau abgerissen worden war und lange eine Lücke blieb, steht heute wieder ein Wohnhaus, das die frühere Parzellen- und Fassadenstruktur aufnimmt. Der historische Hausname wurde bewusst weitergeführt. Viele Passanten nehmen den Neubau zunächst gar nicht als solchen wahr.

Vorbild ist die Erfurter Renaissance: Im Erdgeschoss fassen Sandsteingewände Fenster und Türen ein, darüber kragen echte Fachwerkgeschosse mit profilierten Balkenköpfen vor. Entscheidend für die Jury war die konstruktive Ehrlichkeit: Das Fachwerk trägt das Haus, es ist keine vorgeblendete Dekoration. Historische Bauweise und heutiger Wohnkomfort stehen hier nicht im Widerspruch.

Errichtet haben das Gebäude Tobias, Fabian und Gero Pappe mit ihrer Firma Holzbau Gebrüder Pappe GmbH. Den Entwurf und die Genehmigungsplanung lieferte das Architekturbüro Daniel Neuer aus Herrnhut; Neuer war 2019 bereits für das Zinzendorf-Gymnasium in Herrnhut mit dem ersten Preis des Vereins ausgezeichnet worden.

Mit der Tafel an der Gotthardtstraße dokumentiert Stadtbild Deutschland, was das Haus für den zeitgenössischen Städtebau beispielhaft macht: eine Lücke schließen, ohne den Ort zu verleugnen.